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Ausländerrecht

Besondere Aufenthaltsrechte

§ 37 Recht auf Wiederkehr

Ausländern, die bereits als Minderjährige in Deutschland waren, ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn

  • sie sich mindestens acht Jahre rechtmäßig in Deutschland aufgehalten und hier sechs Jahre eine Schule besucht haben,
  • der Lebensunterhalt gesichert ist, und
  • der Antrag auf Erteilung der Aufenthaltserlaubnis nach Vollendung des 15. Und vor Vollendung des 21. Lebensjahres sowie vor Ablauf von fünf Jahren seit der Ausreise gestellt wird.

Die Abs. 2 und 3 ermöglichen in bestimmten Härtefällen ein Abweichen von diesen Voraussetzungen.

In Abs. 5 wird auch Rentnern, die in Deutschland eine Rente beziehen, die Möglichkeit zur Rückkehr eröffnet. Ihnen wird in der Regel eine Aufenthaltserlaubnis erteilt, wenn sie sich vor ihrer Ausreise mindestens acht Jahre rechtmäßig in Deutschland aufgehalten haben.

§ 38 Aufenthaltstitel für ehemalige Deutsche

Einem ehemaligen Deutschen ist

  • eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn er bei Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit seit fünf Jahren als Deutscher seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet hatte
  • eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn der gewöhnliche Aufenthalt im Bundesgebiet mindestens ein Jahr andauerte.

Zu beachten ist, dass der Antrag innerhalb einer Frist von sechs Monaten nach Kenntnis vom Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit zu stellen ist.
Nach Abs. 2 kann im Ausland aufhältigen ehemaligen Deutschen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn sie über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache (Sprachniveau B1) verfügen.

§ 38a Aufenthaltserlaubnis für in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union langfristig Aufenthaltsberechtigte

Einem Ausländer, der in einem anderen EU-Mitgliedsstaat die Rechtstellung eines langfristig Aufenthaltsberechtigten innehat, wird eine Aufenthaltserlaubnis erteilt, wenn er sich länger als drei Monate in Deutschland aufhalten will.

Hinsichtlich der Ausübung einer Erwerbstätigkeit, die in den meisten Fällen zur Erfüllung der Erteilungsvoraussetzung der Sicherung des Lebensunterhalts erforderlich ist, gelten im ersten Jahr nach Erteilung der Aufenthaltserlaubnis diverse Beschränkungen.